Der schwierigste Eintrag ever

Ich weiß gar nicht genau wie ich das hier anfangen soll. Also hau ichs einfach raus: Der Kerl hat mich verlassen.  Das ist jetzt etwa 3 Monate her, und ich komme natürlich zurecht. Aber irgendwie natürlich auch nicht.

Ich weiß gar nicht genau, inwiefern ich die Gründe für die Trennung erläutern möchte. Irgendwie möchte ich andere Kiwu-Damen aufmerksam machen, was so kommen kann. Gleichzeitig möchte ich hier ja auch nicht die Beziehung ausschlachten. Naja, deshalb gibts hier die Kurzfassung: Der Kerl hat jahrelang gesagt, dass er zurecht kommt mit dem Kiwu. Und dass es einfach nur belastend ist, dass ich nicht mit dem Kiwu zurecht komme. Aber im Endeffekt hat der Kiwu ihn auch belastet.  Und anstatt sich mit dieser Belastung auseinander zu setzen und sie anzuerkennen, hat er den Kiwu abgelegt und angefangen, sich ein sehr selbstständiges Leben ohne die ganzen Probleme der letzten Jahre aufzubauen. Und das beinhaltet mich nicht.

In den letzten Jahren habe ich mich viel mit mir selbst beschäftigt und viel an mir gearbeitet. Es ist irgendwie bitter, aber durch diese Arbeit komme ich aktuell halbwegs gut zurecht. Ich habe dieses Jahr angefangen zu verinnerlichen, dass man nicht alles haben kann was man will. Es ist nur blöd gelaufen, dass der Kerl parallel angefangen hat, mich nicht mehr zu wollen, um ein einfacheres Leben zu haben. Ich schätze, dass er 3 Jahre einfach nur durchhalten wollte. Und dass er das jetzt nicht mehr konnte.

Das ist zwar für mich gerade nicht wirklich wichtig, aber „wir“ müssen noch gucken, was wir mit den 10 eingefrorenen Embryos machen. Und ich muss gucken, wie ich mit dieser Info, dass mein Körper nicht jede SS akzeptiert, umgehe. Denn ich habe jetzt zwar dieses Wissen. Aber mit meinem Kerl ist mein Kiwu verschwunden. Und wer weiß wie alt ich bin, wenn der Kiwu wieder kommt. Aber naja…Ich hab grad wichtigere Dinge im Kopf.

Und zack! Schalter umgelegt

(Diesen Beitrag habe ich vor 2 Wochen verfasst, aber nicht abgeschickt. Mittlerweile sehe ich das Thema schon wieder anders. 😉 Aber zu Dokumentationszwecken stelle ich ihm trotzdem online)

In den letzten Wochen seit der Ausschabung hatte ich eine halbwegs „ruhige“ Einstellung zum Kinderwunsch. Ja, ich möchte Kinder, aber ich kann mich auf den Kopf stellen, ich werde oder bleibe nicht schwanger. Also kann ich es auch kurzzeitig sein lassen, mich so zu bemühen. Glücklich war ich mit der Gesamtsituation nicht. Aber ich stand hinter der Entscheidung, bis August keinen neuen Versuch zu wagen. Sowohl um mir mal eine Pause zu gönnen, als auch dem Kerl und unserer Beziehung. Anstatt großer Entspannung kam dann eine große Beziehungskrise (aus der wir uns nun langsam aber sicher herausarbeiten). Das war in etwa das Gegenteil von dem, wie ich mir diese kiwu-Pause vorgestellt hatte. Aber nötig ist die Pause wohl wirklich. Und nun, da die Beziehung wieder mehr oder weniger „läuft“, geht das Gedankenkarussell wieder los. Im Moment versuche ich noch dagegen anzukämpfen, aber ich merke, dass das immer schwieriger wird. Ich träume davon, dass meine Kiwu-Ärztin einen US macht und mit mitteilt, dass ich zwar schwanger sei, aber diese SS gleich vergessen könne, weil mein Körper dies oder das nicht richtig gemacht habe. (Was für ein plakativer, simpler Traum)

Im Moment, mit den Schwangeren um mich herum, frage ich mich immer mehr warum der Kerl und ich uns den Scheiß eigentlich antun. Wenn es so leicht sein kann ein Kind in die Welt zu setzen, aber wir es einfach nicht hin bekommen, macht es dann überhaupt Sinn zu kämpfen? Vielleicht wäre Adoption der sinnvollere Weg. Von mir aus auch Leihmutterschaft. Nur komplett kinderlos bleiben, das ist für mich einfach keine Option!

Mitten drin

Als das kiwu-Drama begann war ich 25. „Damals“ gab es nur wenig Freunde um uns herum, die Kinder hatten oder daran arbeiteten. Das war gut für mich, denn ich hatte schon genug mit mir selber zu tun. Und damals hatte ich schon das Gefühl, dass die Gesamtsituation schwer aushaltbar ist. Im Nachhinein kann ich selber nur über meine niedrige Belastungsgrenze von früher schmunzeln.

Mittlerweile bekommen die frisch gebackenen Eltern von „damals“ ihr nächstes Kind, und immer mehr Freunde gründen eine Familie. Wir befinden uns Beim Kerl und mir steht nicht mal mehr fest ob wir überhaupt noch genug Ausdauer haben, auf irgendeinem Weg dem Kinderwunsch nachzugehen. Die Situation ist viel ernster geworden, als sie noch zB 2015 oder 2016 war.

Trotzdem komme ich besser zurecht als früher. Mit mir selbst, aber auch mit der Verkündung neuer Schwangerschaften in meinem Umfeld. Davon gibt es in letzter Zeit einige 😉 Und es ist noch alles andere als gut für mich, aber es fühlt sich nicht mehr sooo schlimm an. Ich bin nicht mehr geschockt, wenn ich von Schwangerschaften erfahre. Ich habe vielleicht mittlerweile endlich akzeptiert, dass das Leben der Freunde eben nicht stehen geblieben ist, nur weil das bei mir der Fall ist.

Je mehr Freunde eine Familie gründen, desto mehr Freundschaften sind gefährdet. Auch ohne unerfüllten kiwu würden sich die Freundschaften durch den Nachwuchs ändern. Durch meinen Neid wird es natürlich für niemanden einfacher, sondern viiiieeel komplizierter und anstrengender. Und mittlerweile weiß ich, dass es viel Arbeit sein wird, diese Freundschaften aufrecht zu erhalten. Für beide Seiten. Und ich habe zwar schon mit den meisten der Freunde darüber geredet, aber ich bin wirklich gespannt ob die Freundschaften diese Belastung aushalten werden.

Notizen an mich

02.06.18:

Mein Körper nervt… Seit der Ausschabung sind nun etwa 8 Wochen vergangen. Von einer Regelblutung ist natürlich weit und breit nichts zu sehen. Dafür habe ich gerade exakt die gleichen Anzeichen wie bei den letzten SS. Und das seit etwa einer Woche. Aber keine Sorge, ich bin nicht schwanger. Meinem Körper ist wohl langweilig 😀

04.06.18:

Ich war heute das erste Mal seit der letzten Schwangerschaft wieder joggen. Ich habe mich da ziemlich lange vor gedrückt. Und dann war ich heute so gelangweilt von meinem Alltag, dass ich mich einfach angezogen habe und losgejoggt bin. Da hatte ich schon ein Bier und ein Glas Portwein intus. Ich muss sagen: so hat das wirklich Spaß gemacht! 😀

7.6.18:

Bei mir hat ernsthaft 8 Wochen nach der Ausschabung eine Blutung eingesetzt. 10 Tage vorher kam mir mein Ausfluss irgendwie so vor wie er um den ES herum sein sollte. Ich gehe nicht davon aus, dass ich einen ES hatte. Das wäre zu viel von meinem Körper verlangt. Aber ich glaube, dass er sich von ganz allein zumindest ein kleines bisschen hormonell in die Richtung eines ES gebracht hat. Und das von ganz alleine! Ich bin etwas stolz auf meinen Körper 🙂 ich bin gespannt, wann er sich das nächste Mal zu einer Blutung aufraffen kann!

Das Ganze hat für mich nichts mit Schwanger-Werden zu tun. Das schafft mein Körper eh nicht von allein, aber daran habe ich mich schon gewöhnt. Ich freue mich erst mal über die kleinen Dinge.

Und ich freue mich darüber, dass diese Blutung so unemotional für mich ist. Im letzten Jahr war es so oft so, dass die Blutung entweder das Ende einer Schwangerschaft einläutete, oder zumindest den Start eines neuen Versuchs. Dieses Mal aber ist es vollkommen egal, dass ich jetzt vor mich hin blute 😀

Plan B

Die Infoveranstaltung zur Pflege war ja… mittelmäßig beruhigend. Zwar ist es relativ wahrscheinlich, dass wir ein Kind zur Pflege aufnehmen können. Allerdings müssten wir ziemlich viele Abstriche machen. Ich habe deshalb die Idee der Pflege in meinem Kopf weit nach hinten geschoben. In sehr verzweifelten Zeiten hole ich die Idee vielleicht nochmal raus.

Bei der Pflege-Infoveranstaltung wurden mehrmals Kommentare gemacht, dass die jüngeren Kinder eher zur Adoption freigegeben werden. Also sollten wir uns vielleicht doch nochmal über Adoption un unserer Stadt informieren?! Was mich davon bisher abgehalten hat, war der Wunsch nach einem leiblichen Kind. Der ist eigentlich noch da. Aber so langsam muss ich mich vielleicht davon verabschieden. Nicht weil ich das will, sondern weil es nichts bringt, an diesem Wunsch festzuhalten. Der Kerl und ich sind uns einig, dass wir uns einfach mal informieren können. Also waren wir letztens im Jugendamt und haben uns fast 2 Stunden mit einer Sozialarbeiterin über Adoptionen in unserer Stadt unterhalten. Und seltsamerweise sieht es gar nicht sooo schlecht aus. Die Kinder sind meist unter einem Jahr alt, und insgesamt ist das Verhältnis von Kindern zu Bewerbern gar nicht mal so schlecht. Ich gehe davon aus, dass es viele Kinder mit FAS o.ä. gibt. Denn irgendeinen Haken muss es ja geben 😉 Aber naja, das muss man wahrscheinlich im Einzelfall betrachten.

Was an diesem Gespräch wirklich schön war: der Kerl und ich waren uns in wirklich vielen Punkten einig. In dem ganzen Kinderwunsch-Wirrwarr fühlte es sich gut an, dass wir nicht über das Vorgehen diskutieren, sondern einfach so – ohne Anstrengung – einer Meinung sind.

Camping

Ich versuche im Moment, etwas Abstand zu bekommen von dem Wunsch, schwanger zu sein. Oder überhaupt JETZT (dieses Jahr) ein Kind in meiner Familie zu haben. Ich mache im April und Mai ziemlich viel Urlaub und fahre weg. Die Ablenkung funktioniert halbwegs gut.

(Während ich das schreibe stehe ich in einem Geschäft in einer Schlange. Die Frau hinter mir schiebt den Kinderwagen nicht hinter mich, sondern immer direkt neben mich, sodass ich immer in den Wagen gucken kann. Klaaaaaaaaassseeeeee…)

Im letzten Urlaub hat sich bestätigt: wer Kinderwunsch hat, sollte keinen Städtetrip machen. Dort tummeln sich anscheinend die frisch gebackenen Eltern in der Elternzeit. Im nächsten Kurzurlaub gehts mit 2 Freunden auf den Campingplatz nach Holland. Ich hoffe, dass es dort weniger Kinderwagen zu sehen gibt, weil es den Eltern zu umständlich auf dem Campingplatz ist 😉

Allerdings komme ich auch bei diesem Urlaub nicht drum herum an „Familie“ zu denken. Uns hat doch ernsthaft ein Campingplatz nachträglich den Platz storniert, weil er keine Jugendlichen auf seinem Platz haben will. Der Campingplatz sei ein Familien-Campingplatz 😀

Wie bitte? 😀

Ich fasse zusammen: 4 Leute, alle um die 30 Jahre alt, ein Mann und eine Frau davon haben den gleichen Nachnamen, wollen mit einem Wohnwagen campen. Und reisen erst spät nachts an, weil sie vorher halt arbeiten müssen.

Uns wird der Platz verwehrt, weil wir keine Kinder haben? Im ersten Moment wollte ich den Campingplatz anrufen und sagen, dass ich wirklich gerne Kinder hätte, und dass ich nichts dafür kann, dass ich unfähig bin welche zu produzieren. Und jetzt benachteiligt mich sogar ein Campingplatz, weil ich keine Kinder habe?!? Als hätte ich nicht genug andere Probleme 😀

Ich konnte dem Impuls natürlich widerstehen. Wir können die Leute dort ja nicht davon überzeugen, dass wir einfach nur entspannt an den Strand gehen wollen und keinen Lärm machen. Wir gehen jetzt einfach auf einen anderen Campingplatz und gut ists 😉

Pflege-Info

Der Kerl und ich sind letztens bei einer Pflegefamilien-Infoveranstaltung gewesen. Und als wäre es ein Zeichen gewesen, hing kurz vor dieser Veranstaltung an „unserer“ Bushaltestelle ein Werbeplakat des Jugendamts. Ist mir schon klar, dass es keine Zeichen gibt. Aber ich habe es so gedeutet, dass wohl wirklich Pflegeeltern gesucht werden. Dementsprechend wurde ich ganz plötzlich unglaublich euphorisch. Während der gesamten Kinderwunschbehandlung gibt es nie auch nur einen Hauch einer Garantie, dass sich all die Mühe irgendwann auszahlt. Bei der Infoveranstaltung klang es hingegen zwischendurch so, als gäb es unglaublich viele Kinder, für die Pflegeeltern gesucht werden. Auch für die Dauerpflege.

Das RIESIGE Pro für die Pflege ist, dass wir damit bestimmt eine Familie mit Kind werden würden. Aber es gibt viele Contras: die Kinder in unserer Stadt sind mindestens 1 Jahr alt, wenn sie zur Dauerpflege freigegeben werden. Dabei ist meine Traumvorstellung, mit einem Säugling im Tragetuch herum zu laufen. Einjährige Kinder sind mir eigentlich schon zu „eigenständig“. Dann darf man bei der Pflege nicht vergessen, dass die Kinder meist aus schwierigen Familiensituationen kommen. Sonst müssten sie ja nicht in die Pflege. Dh die Kinder mussten schon einiges durchmachen. Und natürlich sind regelmäßige Kontakte zu den leiblichen Eltern quasi Pflicht. Sowie zum Jugendamt. Und man hat nicht wirklich was zu sagen, wenn es um grundlegende Änderungen geht. Dazu zählt auch so eine „Kleinigkeit“ wie die Wahl der Schule. So was entscheidet im Zweifelsfall das JA. Muss kein Problem sein, kann aber. Die Frage ist auch, ob man in eine andere Stadt umziehen darf. Allein wegen des Kontakts zur leiblichen Familie und des Kontakts zum JA ist das bestimmt schwer.

Man ist bei der Pflege eigentlich nur Dienstleister. Aber gleichzeitig wird man extrem schlecht bezahlt. Ich würde deutlich weniger für die Pflege bekommen als durch Elterngeld. (Es gibt bei Pflege kein Elterngeld) Naja gut, so wichtig ist mir das mit dem Geld für die paar Monate nicht. Allerdings kann ich nicht so in „Elternzeit“ gehen, wie ich mir das wünsche. In meiner Traumvorstellung nehme ich 6 Monate Elternzeit und dann nimmt der Kerl 6 Monate Elternzeit. Und dann geht’s ab in die Kita. Oder zur Tagesmutter. Bei der Pflege geht das so nicht. Zumindest nicht bei unserem JA. Das wünscht, dass einer mindestens 1,5 Jahre zuhause bleibt. Und das möchte weder der Kerl, noch ich. Ich fürchte, dass ich zuhause nicht genug kognitiv gefordert werden würde, und dann zu sehr abschalten würde. (Ich hatte das mal, als ich 3 Monate Urlaub gemacht hab. Da hatte ich zum Schluss das Gefühl, verdummt zu sein und hab mich richtig nach Matheaufgaben etc. gesehnt.) Für das Kind finde ich die Regelungen unseres JA aber gut. Sie kommen erst so spät in die Dauerpflege, damit wirklich klar ist, dass sie dort auch bleiben und es keine Rückführung gibt. Und wenn das Kind dann ein emotional schwieriges Jahr hatte, dann ist es auch nur gut, mehr als ein Jahr Zeit zu haben, eine Bindung zur Pflegefamilie aufzubauen, bevor es dann von der Pflegefamilie „weg“ geschickt wird in die Kita.

Ach, einen Punkt hätte ich fast vergessen: wenn ich ein Kind zur Pflege aufnehme, dann ist es nicht mein leibliches Kind. Dabei geht es mir nicht wirklich um meine Gene. Sondern darum, dass ich keine Schwangerschaft erlebt habe. Und eigentlich möchte ich das.

Im Moment denke ich nicht, dass ich mit all diesen Einschränkungen glücklich wäre. Ja, ich möchte Kinder in meinem Haus, und ja ich bin bereit dafür viel aufzugeben. Aber für die Pflege müsste ich im Moment noch zu viel Aufgeben. Deshalb hoffe ich, dass es noch einen anderen Weg für uns gibt und behalte die Pflege als Option im Hinterkopf. Vielleicht ist es ja genau das richtige für uns, wenn der Kerl und ich in 2 Jahren immer noch an exakt derselben Stelle stehen!

Die Zeit nach dem Streber

Ich bleibe mit der Überschrift bei meinem gewohnten Muster. Es folgt ein Beitrag für die Zeit ab der Diagnose „nö, klappt wohl doch nicht“. Aber eigentlich passt die Überschrift gar nicht. Denn Agnes und Alessia waren für mich schon viel realer als der Streber. bei Agnes und Alessia habe ich einen Herzschlag gesehen. Beim Streber hatte ich nie einen US, es war ja nur eine biochemische SS. Und ich habe eh versucht, die SS zu ignorieren.

Und trotzdem ist die Zeit, in der ich mich mit dem Streber beschäftigt habe, genauso lang gewesen wie mit Alessia und Agnes. 4 Wochen lief ich mit dem Zellhaufen in mir rum und wartete darauf, dass er bitte endlich von alleine abgeht. Bei Agnes und Alessia lief ich ca. 4 Wochen mit einem lebenden Embryo im Bauch rum. Und erfuhr erst dann die schlechte Nachricht.

Jetzt, ca 2 Wochen nach der Ausschabung, denke ich eigentlich gar nicht mehr an den Streber. Und das finde ich selber gut. Ich freue mich auf die Zeit, wenn ich meinen Körper wieder als normal ansehe. Nicht als einen unfähigen Klops, der nichts schafft. Ich weiß mittlerweile (aus Erfahrung) dass ich meinen Körper in ein paar Wochen wieder schön finden werde. Auf die Zeit freue ich mich!

In der Zwischenzeit rege ich mich über meinen Heuschnupfen auf, der dieses Jahr viel stärker ist als in den letzten Jahre. Und ich frage mich, ob da irgendeine Korrelation zwischen dem Heuschnupfen (welcher ja durch ein unentspanntes Immunsystem kommt) und der abgebrochenen Schwangerschaft besteht. Wenn mein Immunsystem grad wegen des Heuschnupfens eh in Alarmbereitschaft ist, ist es dann im Winter entspannter? Würde es dann im Winter eine SS tolerieren?

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Heute muss ich mehrere Beiträge schreiben. (Edit:da war ich zu faul zu…) Nicht weil so unglaublich viel passiert ist, sondern weil ich so viel im Kopf habe. Ich versuche halbwegs geordnet vorzugehen 😉

Der Kerl und ich waren in Paris, was sehr gut getan hat. Ich habe mich hauptsächlich von macarons und Eclaires, Käse und Wein ernährt 😀 Es war schön, den Alltag einfach mal auszuklammern.

Das hätte natürlich noch besser funktioniert, wenn ich nicht dauernd in meinen Körper hinein gehorcht hätte um eine ELSS zu erspüren 😀 aber ich bin weiter bockig geblieben und hatte mir vorgenommen, nur ins Krankenhaus in Paris zu gehen, wenn ich Schmerzen habe. Und ansonsten einfach mal möglichst entspannt zu bleiben.

Und schwups, war der Tag der Abreise auch schon da. Zurück in Deutschland bin ich direkt in die kiwu zum Kontroll-US und dann ins Krankenhaus, um einen Termin zur Ausschabung und/oder Bauchspiegelung zu machen. Im KH entschied ich mich dann dazu, weiter entspannt zu bleiben. So hatte ich am Montag dann eine Ausschabung, keine Bauchspiegelung. Rein gefühlsmäßig klang das alles für mich wie eine inauterine SS, die mein Immunsystem kaputt gemacht hat, ohne danach in der Gebärmutter aufzuräumen. Falls ich damit falsch lag, würde der hcg nach der Ausschabung nicht fallen und eine Woche später würde ich dann für eine Bauchspiegelung wieder auf den Op-Tisch kommen. (Falls der Eleiter in der zwischenzeit nicht platzt.) Aber das Risiko wollte ich eingehen.

1 Woche nach der Ausschabung war der hcg dann bei 1. Es war also doch keine ELSS. Und die Entscheidung, nach Paris zu fahren war vielleicht nicht die verantwortungsvollste. Aber in diesem Fall die richtige 😉 und nur die Ausschabung zu machen war vielleicht auch nicht „gründlich“ aber ausreichend 😉

In meinem Kopf schwirrt die Frage herum, warum mein Körper erst den Embryo/die Plazenta abgestoßen hat, dann aber nicht beseitigt hat. Durch so etwas simples wie eine Blutung. Wäre ja durchaus machbar gewesen 😉 ich versuche das positiv zu sehen: an einem gewissen Punkt hat mein Immunsystem den Fremdkörper toleriert?! Dh falls es ein nächstes Mal gibt, so müssen wir vielleicht nur über eine kritische Anfangszeit kommen. Und dann gibt es noch das leise Stimmchen im Kopf, das mich darauf aufmerksam macht, dass der Embryo mittlerweile ja auch schon tot war und dementsprechend gar nicht mehr so aktiv. Was vielleicht der Grund dafür ist, dass mein Immunsystem keine Notwendigkeit gesehen hat, in der Gebärmutter aufzuräumen. Aber dieses leise Stimmchen verbanne ich irgendwo in eine Ecke in meinem Kopf 😉

Der ektopisch oszillierende Baum

Da haben wir nun dieses hcg-Debakel. Vielleicht habe ich eine Eileiterschwangerschaft, vielleicht eine inauterine, aber nicht intakte Schwangerschaft. Solange ich keine Bauchspiegelung hab, werden wir das jetzt nicht herausfinden. (Gut, wenn der Eileiter platzt wissen wir auch Bescheid 😉 )

hCG ist innerhalb von 2 Tagen um 30 gestiegen. Also nicht besonders viel. Aber auch nicht gut. In meiner Gebärmutter konnten wir eine Art Höhle sehen. Aber das heißt leider nicht, dass eine Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen ist…

Ich soll nun am Dienstag nochmal den hcg kontrollieren lassen. Dafür hätte ich dann zuhause bleiben müssen. Da ich es aber unglaublich unwahrscheinlich finde dass das nun eine ELSS ist, sind der kerl und ich nach Paris gefahren. Mir selbst kommt das auch ein wenig unvernünftig vor. Aber ich pokere grade 😉

Für den Fall, dass es doch eine ELSS ist, und der Eileiter mitten in Paris platzt, habe ich wichtige Informationen zusammengeschrieben. Die habe ich dann von goooooogle ins Französische übersetzen lassen. Und um sicherzugehen, dass das auch gut funktioniert, hab ich das dann wieder zurück übersetzen lassen. Wir können festhalten: das hat nur mittelmäßig funktioniert 😀 aus irgendeinem Grund tauchte mitten im Text ein „endoskopisch oszillierender Baum“ auf 😀 das fand ich schön 😉

Hcg-Spaß

Ich hatte ja gedacht, dass mein Körper den Embryo einfach „weggemacht“ hat. Da war er aber wohl nicht besonders gründlich bei! Der hcg ist nämlich erst von 279 auf 125 gefallen, dann auf 68 gefallen. Und jetzt, kurz vorm Osterwochenende ist er einfach mal auf 195 wieder angestiegen.

Warum nicht, ich hab ja nichts besseres zu tun …

Eigentlich wollte ich Sonntag bis Freitag mit meinem Kerl nach Paris fahren. Ich hatte das angeleiert, damit wir mal endlich wieder eine schöne Zeit miteinander verbringen, ohne an den kiwu zu denken.

Der steigende hcg macht das jetzt aber schwierig. Entweder ich habe eine Eileiterschwangerschaft, die sich bis zur mittlerweile 8. SSW durchgemogelt hat. Oder mein Körper war zu faul, richtig in meiner Gebärmutter aufzuräumen. Und jetzt wuchert da Plazentagewebe langsam vor sich hin. Oder ein einzelnes, dort noch liegen gebliebenes Beinchen des Embryos wächst ;D

Ich kann mir nicht vorstellen dass es eine ELSS ist, die jetzt erst bei quasi 7+4 auffällt. Aber hey, man weiß ja nie 😉 also hab ich heute nochmal eine hcg-bestimmung und später einen US. Im besten Fall ist das aber nur etwas plazentares Gewebe, das dann heute aufgibt, sodass der hcg wieder fällt. Und dann hätte ich am liebsten gleich die Blutung, damit da auch wirklich alles ab geht.

Halten wit fest: egal wie sehr ich mich bemühe Abstand von dem ganzen Scheiß zu bekommen – es bringt alles nix! 😀

Ich gegen alle

Ich befinde mich in einem seltsamen Schwebezustand. Ich kann nicht sagen dass es mir wirklich schlecht geht. Aber ich bin noch weit weg von „gut“. Ich träume jede Nacht von Kleinkindern und Babies. Das wird wieder aufhören, ist aber trotzdem nicht schön, weil so die schlechte Laune am Morgen vorprogrammiert ist.

Dadurch, dass ich schon gar nicht an einen guten Ausgang dieser SS geglaubt habe, hat mich der Abfall des hcg nicht wirklich geschockt und meine Trauer über diesen Versuch hält sich in Grenzen. Was mir allerdings Panik macht ist die Aussicht, evtl. kinderlos zu bleiben.

Meine kiwu-Ärztin sagt einfach wir sollen es weiter probieren, irgendwann klappt das bestimmt.

Mein Immunuloge sagt „an den Werten x und y kann man wunderbar erkennen, dass ihr Körper den Embryo abgestoßen hat“. -> Haha, finde ich auch “ wunderbar“ dass man das so gut erkennt. Also bitte, wofür geh ich denn zum Immunulogen?! Der soll mir nicht zeigen, wie toll mein Körper abstoßen kann. Der soll das verhindern. Aber typisch Arzt-mäßig hat er nicht mal eine Andeutung gemacht, dass seine Behandlung eben nicht funktioniert hat.

So, kommen wir zum eigentlichen Problem: mein Körper ist doof. Jaja, natürlich sollte ich denken „du bist nicht Schuld, niemand ist Schuld“. Aber sorry Mann, mein scheiß Körper ist Schuld! (Und wenn ich den ganzen „mach Mal ne Pause“-Leuten glauben soll, dann ist in der Konsequenz auch mein Kopf Schuld.)

Wir machen es meinem Körper durch ivf und kryo ja schon wirklich einfach mit der SS. Und jetzt arbeitet mein Körper auch noch aktiv gegen mich? Gegen das, woran ich so lange schon arbeite?! Und das, obwohl wir ihn mit Cortison eigentlich schon ruhig stellen? Das ist doch scheiße! Das letzte Mal, bei der SS mit der freien Trisomie 3, da hat er ganz brav auf das Cortison reagiert. Und dieses Mal verkackt der es einfach.

Naja. Noch kurz zum Beitragstitel: eigentlich gibt es auch viele Leute, die mich unterstützen oder mir helfen, zB meine Familie. So allein bin ich gar nicht 😉 vielleicht sollte dieser Beitrag eher heißen “ ich gegen meinen doofen Körper“ 😉 das wäre passender.

Bubbele

Mist! Scheiße! Fuck! Bääääh!

Ich hab am Sonntag an „ES“ + 13 positiv getestet. Und jetzt kann ich nicht mehr cool bleiben 😀 natürlich wäre es super, wenn diese SS bleiben würde, aber je länger die Blutung ausbleibt, desto mehr Angst bekomme ich jetzt davor, dass diese SS wieder in der 8. Woche in einer AS endet. Um mich zu beruhigen mache ich eine Testreihe – mit 25er onesteps. Und was bringt mir das? Niiiix. Denn die Tests werden nicht stärker! :/ ich hoffe das liegt an den Tests und nicht daran, dass die SS schon wieder endet.

Aber eine Sache finde ich wirklich positiv: mein Körper ist ein richtiger Einnistungs-Streber! 😀 ich hatte bisher 5 Transfers – und war 4 x schwanger! Geilo! Da bin ich ernsthaft stolz auf meinen Körper. Mein Uterus und ich sind beide extrem dickköpfig und ziehen einfach jede SS durch. Egal ob der Embryo brauchbar ist oder nicht! 😉

So, und zum Abschluss gibts hier noch Fotos vom Streber, der zeitgerecht entwickelt war, und vom Lahmarsch, der beim TF (bei +4) etwas hinterher hinkte. Und da ich davon ausgehe, dass es nur der Streber bis zur Einnistung geschafft hat, bekommt nur der Streber einen Namen: bubbele! Weil er so viel bubbeliger als der Lahmarsch aussieht;)

So und am Donnerstag ist der BT. Ich versuche bis dahin nicht mehr zu testen! 😀

Mein blöder Kopf

Der Kryo-Versuch lief bisher ganz gut. Ich habe wieder die Einstellung “ du kannst ja nicht bei jeeedem Versuch direkt schwanger werden“. Und deshalb rechne ich, und sehe im Kalender nach, wann wir nach dem negativen Test (der ja bestiiimt kommt) mit der nächsten Kryo weiter machen können. Ich nehme diesen Versuch gar nicht richtig ernst. Zumindest nicht, bis ich plötzlich gestern den Transfer hatte. Eigentlich war der für den heutigen Samstag (ES+5) geplant. Aber da eh nur noch 2 Embryos übrig geblieben sind, haben wir den TF gestern schon gemacht. Und jetzt hab ich den Salat. Ich bemühe mich sehr nicht dran zu denken, aber zwischendurch fällt meinem Kopf dann wieder ein „hey, du bist pupo! Du trägst grad 2 Embryos mit dir rum. Geilo!“. Und in meinem Kopf kommt dann wieder Hoffnung auf, dass ich schwanger werden könnte. Dabei will ich daran nicht denken! Ich war entspannter, als ich noch dachte „jaja, ich nehm Hormone, aber das hat ja keine Konsequenzen“.

Ich hatte irgendwie das Bedürfnis, darüber zu bloggen. Aber diesen Beitrag zu schreiben macht es irgendwie nicht leichter, nicht an die Embryos zu denken 😀

Die geheime Kryo

Ich probiere jetzt mal was aus: ich erzähle meinem Kerl möglichst wenig vom aktuellen Kryo-Versuch. Er hat ja die Formulare unterschrieben, und er weiß dass ich mir irgendein Gel auf den Arm schmiere, also stimuliere. Aber ich werde ihm nicht von den US, dem TF oder dem Bluttest erzählen. Er hat schon vor Monaten gesagt dass er eigentlich nichts mit der Behandlung zu tun haben will. Ich hab daraufhin gefordert, dass er sich für sie Behandlung interessiert – mir macht der Scheiß ja auch keinen Spaß. Aber das hat er auch nur halbherzig gemacht. Und damit kam ich mir auch scheiße vor.

Also jetzt mal anders. In meiner Traumvorstellung bin ich dann nach der Kryo schwanger und erzähle ihm erst in der 12. SSW davon, dass ich schwanger bin. Das wär mal was 😀

Liebster Award

la_fb

Ich hab mich schon oft beim Lesen anderer Blogs gefragt, was dieser ominöse Liebster Award sein soll. Und da mich kiwule nominiert hat, musste ich mich damit nun auseinandersetzen. Also danke kiwule, dass du mir hilfst, etwas klüger zu werden 😉

Und damit habe ich Punkt 1 schon abgearbeitet ;D Punkt 6 und 7 sind auch schnell erledigt.

Hier die Regeln:

1) Bedanke dich bei der Person, die dich nominiert hat.

2) Beantworte die 10 Fragen.

3) Überlege dir 10 neue Fragen.

4) Nominiere neue Leute für den LiebsterAward.

5) Informiere die nominierten Blogger!

6) Füge die Grafik für den LiebsterAward ein!

7) Vergiss nicht die, Regeln des LiebsterAwards einzufügen!

kiwule hat mir diese Fragen gestellt:

1. Gibt es Rituale oder Dinge, die dir in der Kinderwunschzeit helfen/geholfen haben?

Hm, also mir hilft es sehr, mich mit Anderen auszutauschen, die ähnlichen Mist durchmachen müssen. Im Alltag fühle ich mich mit dem Kiwu ziemlich allein. Aber in der Blogwelt und in Foren gibt es (leider) genug Leidensgenossen. Und manchmal hilft mir autogenes Training beim Einschlafen. Aber meistens höre ich Podcasts oder Hörbücher, bis ich langsam wegschlummer. So fahre ich zumindest etwas runter, anstatt im Bett zu liegen und das Gedankenkarussel laufen zu lassen.

2. Bist du sauer auf die Leute, bei denen´s einfach mal so klappt? (Und ja – ich geh hier von meinen eigenen Gefühlslagen aus:-))

Ja! Und wie! 😀 Ich will wirklich nicht, dass Andere den gleichen Scheiß mitmachen müssen wie ich. Aber ich bin so unglaublich neidisch auf diese blöden glücklichen Paare, die einfach so schwanger werden.

3. Hast du deine Blogadresse Freunden und Bekannten genannt? Warum ja? Warum nicht?

Jap hab ich. Also ich bin jetzt nicht herumgelaufen und hab allen Freunden den Blog unter die Nase gehalten. Aber wenn es sich im Gespräch ergeben hat, hab ich davon erzählt. Und da die meisten Freunde eh wissen, wie es in meiner Gefühlswelt aussieht, sind die Informationen für meine Freunde eh keine Neuigkeit. Im Gegensatz zu vielen Anderen gehe ich in meinem Freundeskreis aber auch extrem offen mit dem Kinderwunsch und den Fehlgeburten um.

4. Liest du jeden Tag Blogs? Warum ja? Warum nein?

Also den meisten Blogs folge ich per Mail, und die Mails lese ich sofort auf dem Handy. Ich hab eine Zeit lang versucht, mich von jeglichen Kinderwunschthemen fernzuhalten. Aber das hat nichts gebracht, ich hab trotzdem dran gedacht. Also lese ich jetzt einfach immer.

5. Hast du schon einen Namen für euer Baby – auch wenn es das noch gar nicht gibt?

Wir hatten schon Namen bevor wir überhaupt wussten, wie schwierig das alles wird… – also inzwischen seit 4 Jahren. Wir haben eine Liste, auf der wir immer noch Namen ergänzen 😀

6. Magst du Pläne machen? Warum ja/nein?

Kommt drauf an was du damit meinst. Eigentlich LIEBE ich Pläne. Ich bin der typische todo-Listen-Schreiber. Und ich packe meinen Rucksack meistens schon eine Woche vor dem Urlaub fertig 😀 Durch den Kinderwunsch muss ich jetzt aber extrem viel Planen. Und diese Planerei macht mir keinen Spaß. Zum Beispiel muss ich planen, wann ich mich mit meinen Kollegen verabreden kann, ohne dass sie Verdacht schöpfen weil ich keinen Alkohol trinke usw. Und ich kann Urlaube nicht mehr so entspannt planen. Was diese Themen angeht plane ich nicht wirklich gerne.

7. Machst du Sport? Wenn ja, welchen?

Ich laufe. Bzw. ich bin früher gelaufen. (Da passt die nächste Frage ja wunderbar zu)

8. Gibt es einen Sport, den du wegen der Kinderwunschsache aufgegeben hast? Welchen?

Joa, laufen! 😀 Also ich war nie besonders sportlich, bin aber bis vor dem ganzen Kiwu-Scheiß 3x pro Woche gejoggt. Aber mit den IVF und den Schwangerschaften und Ausschabungen hab ich sehr oft lange Pausen gehabt. Im Moment mach ich quasi gar keinen Sport, weil es mir super schwer fällt, zwischen den Behandlungen wieder neu mit dem joggen anzufangen.

9. Lieber Winter oder Sommer? Warum?

Beides! Und Frühling, und Herbst! Ich kann jeder Jahreszeit was abgewinnen. Naja, nur der Sommer, der ist hier in Deutschland meistens enttäuschend. Ich mags deutlich wärmer 😉

10. Bist du genervt von der ganzen Fragerei?

Ne, aber ich hab absolut keine Ahnung, was ich für Fragen stellen soll 😀

Und wie finde ich jetzt überhaupt andere Blogger, denen ich meine Fragen stellen kann? Gefühlt hat doch jeder schon mal den Liebster Award bekommen?!

 

Update 12.2.2018: Ich weiß immer noch nicht wie das mit dem Liebster-Award richtig geht, aber ich mach dann einfach mal irgendwas 😉 Es geht weiter mit meinen Fragen:

 

1. Warum hast du angefangen zu bloggen?

2. Bist du optimistisch, was den kiwu angeht?

3. Hast du Kinder?

4. Wie kommst du mit anderen Schwangeren zurecht?

5. Hat sich dein Alltag durch den kiwu geändert?

6. Informierst du dich über medizinische Zusammenhänge?

7. Und diskutierst du diese Zusammenhänge mit den Ärzten?

8. Oder mit deinem Partner? 😉

9. Willst du noch weiter bloggen, wenn euer kiwu erfüllt ist?

10. Bereust du es manchmal, dass du dir ein Kind wünschst?

Sooo, und dann fange ich erst mal langsam an und nominiere: Kat Hibbel 🙂

Und sobald mir weitere blogger einfallen, nominiere ich noch nach 😉

 

Das leidige Thema

Jaja, ich bin mal wieder fasziniert davon, was so alles blöd laufen kann 😀 Ich hatte in den letzten Wochen noch ziemlich mit der FG zu kämpfen. Und dann ging es mir insgesamt eigentlich besser, und dann dachte ich, es geht mir gut. Anscheinend stimmt das aber doch nicht 😀

Dieses Mal hab ich die FG quasi allein verarbeitet. Meine Schwester und meine Mama waren zwar für mich da, aber ich konnte denen nichts Neues erzählen und war es selbst schon Leid, die Gefühlsauswirkungen der FG zu erläutern. Ich wusste, dass ich sie jederzeit heulend anrufen kann. Aber wirklich gemacht hab ich das nur sehr kurz (glaube ich). Und letzte Woche hatte ich dann eben dieses Gefühl, dass es mir gut geht. Und dass ich so, unschwanger wie ich bin, auch gut bin. Ich fühle mich nicht mehr unvollständig, wie es in den ersten Wochen nach den FG immer bei mir ist.

Ich wollte die Mutter meines Kerls mal besuchen, ohne dauernd nur an Kinder zu denken. Ich habe sie in den letzten Jahren eigentlich immer nur an Familienfeiern besucht. Dort hüpften dann immer glückliche Eltern (die Geschwister des Kerls) mit ihren Kleinkindern rum. Und es ging in den Gesprächen auf diesen Feiern fast nur noch um Kinder. Ich hab beschlossen, dass diese Familienfeiern nichts mehr für mich sind. Da sich alles um die Kinder dreht denke ich zwangsläufig daran, dass ich auch gerne Kinder hätte. Und dann werde ich relativ schnell schlecht gelaunt. Und eigentlich macht es mir nicht soooo viel Spaß, mich alle paar Stunden bei Famlienfeiern auf Toilette zu verkriechen, um da kurz 2 Minuten rum zu flennen 😉 Also habe ich beschlossen, zur nächsten Familienfeier erst aufzukreuzen, sobald die glücklichen Eltern weg sind 😀 Ich hatte gehofft, dass ich dann mal nicht an Kinder denken muss und es ein entspannter Abend wird.

Mein Kerl war schon vorher zur Familienfeier zu seiner Mutter gefahren und hat mich am Abend mit dem Auto vom Zug abgeholt. Ich saß keine 2 Minuten im Auto, da kam er mit einer Neuigkeit um die Ecke: Eine seiner Schwestern ist wieder schwanger! Das wird dann ihr 2. Kind. Meine Entspannung für den Abend war dann leider hin 😀 Ich hab den ganzen Abend über eigentlich nur noch daran gedacht. Eine kurze Gefühls-Zusammenfassung:

  1. Krass, die arbeitet schon (wahrscheinlich, hoffentlich) erfolgreich am 2. Kind. Ich schaff nicht mal eins!?
  2. Ich finde es wirklich scheiße, dass die Schwester und ihr Mann es meinem Kerl überlassen haben, mir diese frohe Botschaft zu übermitteln. Zum einen weil er eben die harte Aufgabe hatte, mir das zu sagen. Dabei steckt er ja in der selben blöden Situation wie ich. Zum anderen weil ich mir so vorkomme, als wäre es den beiden nur lästig gewesen, sich mit mir auseinander zu setzen. Sie freuen sich gerade, und da können Sie es wahrscheinlich nicht gebrauchen, dass es andere gibt, denen es nicht so geil geht. Also lassen sie andere die Nachricht überbringen, und dann hab ich ja genug Zeit, diese Info zu verarbeiten.
  3. Die Mutter des Kerls freut sich bestimmt grade riesig, spricht das Thema aber nicht vor mir an. Was genau heißt das? Dass sie keine Lust auf einfühlsame Gespräche hat, weil das mit mir alles zu anstrengend ist? Denn wenn wir darüber geredet hätten, dann hätte ich auch gesagt, dass mich das runterzieht. Und so was will ja keiner hören.
  4. Ich fänd es wirklich nett, wenn andere, die Glück in der Familiengründung haben, das auch so sehen würden, und nicht als selbstverständlich ansehen würden. Mir kommt es so vor, dass ziemlich viele die Familiengründung als selbstverständlich ansehen. So wie ich das halt auch gemacht habe 😀

Als Fazit des Abends kann ich festhalten: Egal, wie sehr ich versuche, mal einen Abend nicht an Kinder zu denken. Das funktioniert eh nicht. Und ich sollte mich so langsam damit abfinden, dass ich für die Familie des Kerls nur ein emotionaler Klops am Bein bin, den keiner eigentlich gebrauchen kann. Yeah! 😀

Die Zeit nach Alessia

An diesem Beitrag habe ich schon vor ein paar Wochen geschrieben. Aber da die genetische Untersuchung diese Mal so lange dauerte, lag der Beitrag erst mal auf Eis. Und währenddessen hat sich meine Gefühlswelt natürlich komplett geändert. Einmal von „alles scheiße“ über „geil, alles wird gut“ zu „boah, alles Mist, aber es geht“. Ich kann grad nicht wirklich sagen, wie es mir geht 😀

Die ersten Tage nach dem ernüchternden US kam ich erstaunlich gut zurecht. Und irgendwann kurz nach der Ausschabung viel ich in ein relativ tiefes Loch, und aus dem ich für vielleicht 3 Wochen nicht mehr raus kam. Ich bin eigentlich ziemlich dickköpfig, und weigerte mich zu sagen, dass ich unfähig zur Schwangerschaft bin. Aber so langsam dachte ich das. Und das war ein relativ schmerzhafter Prozess, Schwangerschaften an sich aufzugeben. Und ich hatte auch nicht das Gefühl, da wirklich weiter zu kommen. Der Plan war, dass wir noch ein paar halbherzige Kryoversuche machen. Falls ich dann schwanger werde, würde das wohl eh wieder in einer FG enden, aber gut. Ich hab mir vorgenommen: 2 Fehlgeburten mach ich noch mit, dann ist aller Voraussicht nach Schluss. Und dann kommt Plan B. Dazu hab ich mir dann auch einen Termin für einen Infoabend für potenzielle Pflegefamilien in den Kalender eingetragen. Ich fand es insgesamt zumindest etwas motivierend, dass es ein absehbares Ende für die Behandlungen gab. Ich hatte geplant, dass das Thema Schwangeschaft dann 2018 abgehakt wird, sodass wir vielleicht mit viel Glück Ende 2019 eine Pflegekind/Adoptivkind haben könnten. (Mir war schon klar, dass das sehr optimistisch gerechnet war 😀 ) Also noch 2 scheiß-Jahre und dann ists vielleicht gut.

So, und dann kam alles zumindest ein bisschen anders, denn dann war eeeeeendlich das Ergebnis der genetischen Untersuchung fertig. Die hatte lange 6 Wochen gedauert, was angeblich gaaar nicht an Weihnachten lag, sondern an der Untersuchung an sich. Ahja… Naja, also es war wieder ein Mädchen! Die Info hat mich wie auch beim ersten Mal ziemlich fertig gemacht. Also mir ist schon klar, dass so ein Embryo ein Geschlecht hat 😉 Aber irgendwie macht das Karyogramm das Ganze so viel realer und erzeugt Bilder in meinem Kopf, wie ich „mein“ Mädchen im Arm halte. Nicht nur einen Embryo, den ich eh nie gesehen hab, sondern ein echtes Kind – Alessia.

Gut, das hat mich etwas fertig gemacht. Was mich, den Kerl und die Kiwu-Ärztin aber ernsthaft geschockt hat, war, dass Alessia eine freie Trisomie 3 hatte. Und damit war sie schlicht und ergreifend nicht lebensfähig. Also einfach gar nicht! All das Herumdoktern an meinem Körper, um diese Schwangerschaft zu halten, war vollkommen hinfällig, weil der Embryo einfach kaputt war! Whaaaaaat? Das kling jetzt vielleicht seltsam, aber ich hab mich mega gefreut! 😀 Denn das heißt: Es lag nicht an mir! Also vielleicht an meiner Eizelle, aber nicht an meinem Körper! Yeah 😀

Alessia

So und damit kann ich meine ganzen Gedanken, niemals erfolgreich schwanger zu sein, wieder ganz tief hinten in meinem Kopf vergraben. Denn wenn es am Embryo liegt, dann ist es möglich, dass ich irgendwie ein Kind austrage. Falls meine Eizellen oder die Spermien meines Mannes nur genetische Grütze mit sich bringen, dann gibts halt eine Eizellspende oder eine Embryonenspende. Aber das ist alles deutlich einfacher als Pflege oder Adoption! Juhu! 😀

Februar oder März starten wir einen Kryo-Versuch. Und ich freue mich sogar drauf! 🙂

Weihnachten unter Familien

2016 war ein beschissenes Jahr. Wir haben viel versucht, aber schwanger bin ich trotzdem nicht geworden. 2017 haben wir härtere Geschütze aufgefahren – und ich war dann 3 Mal schwanger. Das ist eigentlich schon ne ganz gute Leistung für meinen ansonsten unfähigen Körper. Und ich hab noch einiges dazu gelernt, was sich jetzt über die Weihnachtstage bestätigt hat:

Die meisten sind einfach unfähig, über Fehlgeburten mit mir zu reden. Bei der Familie meines Kerls hat nicht ein einziges Mal jemand gefragt wie es mir so nach der FG geht. Und es ist ja nicht mal so, als wenn die schon soooo lange her wäre. Vor 6 Tagen hatte ich noch Rest-hcg im Blut und mir tun heute, am ersten Weihnachtsfeiertag, immer noch die Eierstöcke weh. Vor 3 Tagen hatte ich einen Termin in einer Abortsprechstunde (aber dazu später mehr).

Ich frage mich mittlerweile schon wirklich, ob meine Erwartungen so viel zu hoch sind?! Also so ein simples „kommst du halbwegs klar?“ beim ersten Treffen nach der FG wäre schon ganz nett gewesen. Stattdessen turnen hier ein 1,5jähriges und ein einjähriges Kind herum und es geht fast die ganze Zeit um Kinder. Und dann versuchen die Eltern auch noch Fotos von mir zu machen. (Die restliche Zeit machen die Fotos von ihren Kindern.) Ich glaube mittlerweile dass Eltern, die problemlos Eltern geworden sind, nur ihr eigenes Glück sehen können. Die denken wahrscheinlich: Wenn Kinder so unglaublich toll sind, wie kann man dann bloß Probleme mit Kindern bzw Familien haben?

Ihnen ist gar nicht klar wie sich das anfühlt, wenn diese Eltern nie aufhören können ihre eigenen Kinder anzuhimmeln. Und diese Eltern scheinen nicht zu wissen, wie sich die 3. FG nach fast 3 Jahren Kinderwunschbehandlung anfühlt. (Also die Eltern die ich meine wissen das wirklich nicht)

Mein Mann hat ansonsten dieses herzzerreißende Leuchten in den Augen, wenn er die Kinder sieht. Damit kann ich auch nicht so wirklich umgehen.

Ich freue mich schon drauf wenn diese blöde Weihnachtszeit vorbei ist.