Weihnachten unter Familien

2016 war ein beschissenes Jahr. Wir haben viel versucht, aber schwanger bin ich trotzdem nicht geworden. 2017 haben wir härtere Geschütze aufgefahren – und ich war dann 3 Mal schwanger. Das ist eigentlich schon ne ganz gute Leistung für meinen ansonsten unfähigen Körper. Und ich hab noch einiges dazu gelernt, was sich jetzt über die Weihnachtstage bestätigt hat:

Die meisten sind einfach unfähig, über Fehlgeburten mit mir zu reden. Bei der Familie meines Kerls hat nicht ein einziges Mal jemand gefragt wie es mir so nach der FG geht. Und es ist ja nicht mal so, als wenn die schon soooo lange her wäre. Vor 6 Tagen hatte ich noch Rest-hcg im Blut und mir tun heute, am ersten Weihnachtsfeiertag, immer noch die Eierstöcke weh. Vor 3 Tagen hatte ich einen Termin in einer Abortsprechstunde (aber dazu später mehr).

Ich frage mich mittlerweile schon wirklich, ob meine Erwartungen so viel zu hoch sind?! Also so ein simples „kommst du halbwegs klar?“ beim ersten Treffen nach der FG wäre schon ganz nett gewesen. Stattdessen turnen hier ein 1,5jähriges und ein einjähriges Kind herum und es geht fast die ganze Zeit um Kinder. Und dann versuchen die Eltern auch noch Fotos von mir zu machen. (Die restliche Zeit machen die Fotos von ihren Kindern.) Ich glaube mittlerweile dass Eltern, die problemlos Eltern geworden sind, nur ihr eigenes Glück sehen können. Die denken wahrscheinlich: Wenn Kinder so unglaublich toll sind, wie kann man dann bloß Probleme mit Kindern bzw Familien haben?

Ihnen ist gar nicht klar wie sich das anfühlt, wenn diese Eltern nie aufhören können ihre eigenen Kinder anzuhimmeln. Und diese Eltern scheinen nicht zu wissen, wie sich die 3. FG nach fast 3 Jahren Kinderwunschbehandlung anfühlt. (Also die Eltern die ich meine wissen das wirklich nicht)

Mein Mann hat ansonsten dieses herzzerreißende Leuchten in den Augen, wenn er die Kinder sieht. Damit kann ich auch nicht so wirklich umgehen.

Ich freue mich schon drauf wenn diese blöde Weihnachtszeit vorbei ist.

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Alles Käse

Nur eine kurze Anekdote aus meinem Alltag: gestern Abend habe ich Käse an der Theke gekauft. Klingt erst mal noch nicht sooooo schlimm. Aber mir wurde wieder vor Augen geführt, wie viele Leute im Moment so schwanger sind. In den letzten Jahren versuch ich eigentlich, alle Schwangeren zu ignorieren.

Naja, um es kurz zu machen: kurz, bevor ich die Käsetheke verließ, sagte die Verkäuferin noch: „Ach, hab ich ganz vergessen: der Käse ist aus Rohmilch. Ist das ok?“ War theoretisch schon ok von ihr, mich darauf aufmerksam zu machen. Und ganz ehrlich, bei so vielen, wie in meinem Viertel schwanger sind oder mit Kleinkind durch die Gegend laufen, is die Annahme, ich könnte schwanger sein, durchaus berechtigt. Aber ich will nicht auch noch beim Käse einkaufen daran erinnert werden dass nicht schwanger bin!

Ich konnte dann noch dagegen ankämpfen zu sagen „kein Problem, die Ausschabung ist schon fast 2 Wochen her!“. Und immerhin führte dieser Satz nicht dazu, dass ich 2 Stunden geweint hab. Es geht also bergauf!

Was macht eigentlich die Beziehung?

Mein Kerl trifft sich in den letzten Wochen sehr oft mit Freundinnen. Das macht der eigentlich nicht so häufig. Ich weiß, dass er einfach Ablenkung von dem Thema Kinderwunsch braucht. Erst recht jetzt nach der 3. FG. Der Kerl geht einfach komplett anders mit dem Thema um. Ich kenne die Freundinnen, und ich kenne meinen Kerl. Eigentlich brauche ich mir keine Gedanken darum machen. Aber ich bekomme es trotzdem nicht aus meinem Kopf. Wahrscheinlich, weil ich mir selbst wünsche, ich wäre einfacher. Und das noch nicht mal unbedingt für mich. Aber mein Kerl kann ja noch weniger als ich dafür, dass er bisher keine Kinder hat. Das liegt insgesamt nur an mir. Zumindest gibt es absolut keine Anzeichen dafür, dass es auch an ihm liegt.

Die Freundinnen haben mir im Prinzip nichts voraus, denn sie haben alle noch kein Kind. Aber bei ihnen sind zumindest keine Probleme bekannt, die zu dem Scheiß führen, in dem der Kerl und ich uns zurzeit befinden.

Ich habe eigentlich wirklich keine Angst, dass mein Kerl mit einer anderen abhaut. (Naja gut, bei manchen könnte ich mir das schon vorstellen dass der Kerl sich was vorstellen kann.) Aber ich komme mir selbst im Moment nicht besonders toll vor. Ich weiß gar nicht, ob ich noch mit mir zusammen wäre.

Hm, ich weiß eigentlich gar nicht, was ich mit diesem Blogeintrag eigentlich sagen möchte. Vielleicht lässt sich mein Gedankenchaos so zusammenfassen: Ich könnte verstehen, wenn mein Kerl sich nach einer einfachen, sorgenfreien Beziehung sehnt. Und die kann ich ihm nicht geben. Und das macht mir Angst.

 

Während ich diesen Beitrag verfasse, ist er grad mit einer Freundin unterwegs. Ich weiß gar nicht, ob mein Kerl diesen Blog eigentlich liest. Naja, falls er es tut wird er mich bald bestimmt auf dieses Thema ansprechen.

Das Weihnachtsessen

Meine ehemaligen Kommilitonen veranstalten jedes Jahr das sogenannte „traditionelle Weihnachtsessen“. Dieses Jahr ist alles etwas komplizierter und insgesamt beschissener gewesen. Um das zu erzählen muss ich aber etwas ausholen:

Im Moment ist eine Freundin aus diesem Freundeskreis schwanger. Erzählt hat sie es mir,  als gerade meine zweite SS begonnen hatte. Die Zeit, in der wir zusammen schwanger waren, war schön. Es ist jetzt nicht so, als hätten wir stundenlang über Schwangerschaften geredet. Aber wenn wir darüber redeten, hatte ich das Gefühl, dass sie weiß wovon ich rede. Immerhin war sie zu der Zeit ja auch schwanger. Und wollte auch Kinder. Sie konnte zumindest nachvollziehen, dass der Kinderwunsch nicht vergleichbar ist mit dem Wunsch, sich ein Auto zu kaufen oder so. Sie war bisher seit der zweiten FG wirklich sehr rücksichtsvoll und ich kann mich absolut nicht über sie beschweren.

Sie ist für in etwa 2 Wochen ausgerechnet. Ich weiß noch nicht, wie das in Zukunft so wird. Durch mein Kinderwunschchaos bringe ich meine „Uni-Gang“ ganz schön durcheinander. Die unigang weiß von meinem Kinderwunschchaos und war bisher auch eigentlich sehr verständnisvoll und hat meinem Drama viel Raum gelassen und meine Unifreunde haben sich oft bei mir gemeldet und gefragt wie es mir so geht. Das hätte ich nicht gedacht, und es hat mich wirklich sehr gefreut.

Nur jetzt beim letzten Weihnachtsessen war die Unigang nicht besonders rücksichtsvoll. Das Essen fand 2 Tage nach meiner AS der 3. FG statt. Ich wusste nicht, ob ich mich wirklich mit der schwangeren Freundin an einen Tisch setzen sollte. Meiner Erfahrung nach komme ich nicht gut damit klar, Schwangere zu sehen. Aber ich konnte auch nicht mehr auf meiner Couch abhängen. Da drehte sich sofort das Gedankenkarussell. Also beschloss ich, einfach nach dem eigentlichen Essen vorbeizukommen. Die Hochschwangere hielt es mittlerweile eh nicht mehr so lange auf Parties aus. So konnten sich die anderen erst mal über die Schwangerschaft unterhalten, dann kam ich dazu, und konnte etwas Zeit mit der Schwangeren verbringen – aber eben nicht zu viel.

Beim Weihnachtsessen war auch eine Person dabei, die nichts von meinem Kinderwunschchaos wusste. Dementsprechend war ich darauf eingestellt, dass diese Person auch nach meiner Ankunft noch weiter mit der Schwangeren über die SS sprach. Aber ich war nicht darauf eingestellt, dass alle anderen Unifreunde nach dem Essen mehrmals Witze darüber machten, dass sie sich nach dem Essen so schwanger fühlen. und „wie hält die Schwangere das eigentlich aus“ ?

Ja genau, wie hält die Schwangere das eigentlich aus? -> Maaaaann Leute, muss das wirklich sein, 2 Tage nach meiner AS? Ist es jetzt vorbei mit Rücksicht?

Ich hab nicht mit den Unifreunden darüber gesprochen. Mach ich vielleicht noch. Aber dann bin ich schon wieder diejenige, die irgendein Problem hat und nicht auf ihr eigenes Leben klar kommt. (Ich würde jetzt hier gerne einen Smiley einfügen, der die Augen verdreht)

Alessia / Duncan

An PU+13 hatte ich einen fabulösen hcg-Wert von 218 – der war sehr viel höher als die Norm! Da kam in mir die vorsichtige Hoffnung auf, dass sich vielleicht beide eingenistet haben könnten. Klingt vielleicht etwas makaber, aber: Wenn ich mit Zwillingen schwanger wäre, dann wäre es nicht sooooooo schlimm, wenn ein Embryo sich nicht weiter entwickelt, denn ich hätte ja noch den anderen!

Naja, es war dann aber doch nur eine Fruchthöhle im US sichtbar. Aber gut, ich nehm auch einen Einling. Hauptsache er bleibt jetzt! Gefühlsmäßig war ich dann doch sehr verwirrt. Sollte ich jetzt optimistisch sein oder nicht? Immerhin wurde ich mich Heparin, Cortison und Omegaven optimal auf diese SS eingestellt.

Dann der ernüchternde US: Zwischen 6+0 und 7+0 war der Embryo nicht gewachsen. Wir haben dann noch einen Kontroll-US an 7+3 gemacht. Da war aber auch nichts zu sehen. Also wars das wieder.

4. IVF – Alessia und Duncan

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Alessia & Duncan

Die 4. IVF. Puh, so langsam reichte es mir aber auch. Ich fand IVFs doch irgendwie anstrengend. Es ist nicht so, dass ich das nicht schaffe. Aber nach jedem IVF-Zyklus viel mir auf, dass die vergangenen Wochen doch irgendwie anstrengend waren. Und es nervte mich auch, immer an meinem Körper rumzuarbeiten. Immer etwas zu optimieren. Ich musste mich sehr bemühen, meinen Körper noch als funktionstüchtig anzusehen. Aber gut. Insgesamt funktioniert er offiziell ja. Nur alles was mit Schwangerschaft zu tun hat. Das kriegt er nicht gebacken.

Nachdem ich gerinnungstechnisch und immunulogisch nun gepimpt werden sollte, blickte ich doch halbwegs optimistisch auf das Ergebnis der IVF. Also zumindest, falls ich schwanger werden würde. Allerdings fand ich es absolut unrealistisch, dass ich nach jeder IVF mit Transfer schwanger werden würde. Zusammengefasst wusste ich also nicht wirklich ob ich nun optimistisch oder pessimistisch war.

Zur IVF selbst gibt es nicht viel zu sagen. Das läuft mittlerweile zum Glück gut. Auch bei dieser IVF. Wir hatten wieder irgendwas um die 10 EZ, fast alle reif, und dann auch fast alle wieder befruchtet. Als ich anfing, Cortison zu nehmen wurde ich prompt krank. Das kam mir wie ein Beweis der Wirksamkeit von Cortison vor. Dementsprechend fand ich das gar nicht so schlecht. Während der Punktion war ich erkältet. Und in der Zeit um den Transfer hatte ich so starken Husten, dass ich diesen Versuch schon abschrieb. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich irgendetwas bei mir einnisten könnte, wenn ich meinen Körper so stark mit diesen miesen Hustenanfällen durchschüttel.

Aber das scheint Embryonen nicht so wirklich zu stören. An PU+12 habe ich zuhause getestet. (Ich weiß, man testet besser nicht so früh, aber ich konnte nicht mehr warten. Und verrückt gemacht habe ich mich eh. Ob jetzt mit Test oder ohne war dann ja doch irgendwie egal.) Ergebnis: Ich war doch ernsthaft schon wieder schwanger!

Na und wenn ich bei so einem Husten schwanger werden könnte – was sollte diese Schwangerschaft dann denn bitte noch aufhalten?

Ein Mal alles checken, bitte!

Irgendeinen Grund müssen die beiden FG ja gehabt haben. Klar, ein bisschen Pech kann ja immer sein, aber so unglaublich wahrscheinlich kam mir das nicht vor. Und die Kiwu-Ärztin wurde so langsam auch etwas ungeduldig. Gut für die Statistik der Kiwu-Praxis bin ich ganz bestimmt nicht. Ich versuche seit 2 Jahren, schwanger zu werden. Und mittlerweile auch schwanger zu bleiben. Und das mit 27. Eigentlich bin ich doch noch nicht zu alt dafür?!

Die Ärztin hat von allein vorgeschlagen, mich mal durchchecken zu lassen. Vom Gerinnungsspezialisten, vom Immunulogen und vom Genetiker. Also gerinnungstechnisch bin ich wohl nicht soooo super aufgestellt. Ich hab einen leichten Antithrombinmangel, irgendeinen Polymorphismus und …ach keine Ahnung, noch irgendwas. ich müsste nochmal nachgucken. Aber angeblich ist das alles quasi irrelevant und eigentlich müsste ich nix machen. Aber zur Sicherheit kann ich Heparin spritzen. Joa dann mach ich das doch!

Genetisch sind mein Kerl und ich angeblich ok. Immerhin. Und mein Immunsystem. Den Kram des Immunulogen versteh ich noch weniger als den Gerinnungs-Kram. Aber angeblich lässt sich mein uncooles Immunsystem etwas entspannter machen, indem ich Cortsion nehme und Omegaven-Infusionen bekomme. Dann noch mega-hoch-dosiert Vitamin D3. Ach, und ich hab übrigens einen Eisenmangel! Warum ist das meiner Kiwu bisher nicht aufgefallen? Ist es nicht absoluter Standard für eine Kiwu, so was zu überprüfen?!